Hallo zusammen,
ich würde gerne Erfahrungen und Tipps lesen was das Thema Schnuller angeht.
Ich war davon ausgegangen, dass das Saugbedürfnis immer mehr abnimmt und die Kinder dann auch lernen können, ohne zu schlafen. Bei meiner Tochter war damals mit Anfang 3 die Schnullerfee da, zwei Tage war sie abends ein wenig traurig, dann war das Thema erledigt. Sie konnte problemlos ohne einschlafen.
Mit dieser Erwartungshaltung ging ich auch bei meinem Sohn an die Sache ran - zeigt sich, wie unterschiedlich Kinder sein können (ich weiß, eigentlich keine Überraschung!) ;-)
Mein Sohn ist jetzt 3,5 Jahre alt und hatte ebenfalls bis vor kurzem zum Einschlafen einen Schnuller. Er bekam ihn immer nur abends, das war ans Bett gehen gekoppelt. Natürlich hat er manchmal schon etwas früher danach gefragt und ihn auch bekommen, z.B. hat er zufrieden beim Geschichte lesen geschnullert. Es hat ihn immer total entspannt.
Trotzdem dachten wir Eltern: So langsam muss es auch ohne gehen! und haben ihn ermuntert, die Schnullis der Schnullerfee zu geben, die sie an kleine Babys gibt. Eines Tages sagte mein Sohn: "Morgen darf sie die Schnullis holen" und für meinen Mann und mich war klar: Dann packen wir die Gelegenheit beim Schopf. Am nächsten Tag hatte er zwei kleine Geschenke auf seinem Bett liegen, alle Schnuller waren weg. Die ersten Tage waren ok, er hat auch nicht nach dem Schnuller gefragt. Dann wurde es zunehmend schwierig. Mein Sohn weigert sich mittlerweile, ins Bett zu gehen. Ich glaube, er hat keine Idee, wie er sich stattdessen entspannen kann. Teilweise schläft er auf mir liegend ein, teils tragen wir ihn wie damals als Baby durch die Gegend und manchmal bleibt er einfach so lange wach, bis er vor Erschöpfung auf dem Schoß einschläft, während wir der großen Schwester noch vorlesen.
Wir haben es bereits mit einem Kuscheltier probiert. Wir machen ein ganz ruhiges, liebevolles Bettprogramm wie ich finde, aber die drei Wochen, die er keinen Schnuller mehr hat, kommt er abends einfach nicht zur Ruhe. In Summe sind unsere Abende sehr anstrengend und spät geworden. Und er tut uns leid. Ich war überzeugt, dass er es auch ohne schaffen wird und jetzt nach drei Wochen bin ich mir da nicht sicher.
Ist es möglich, dass ein Kind so stark den Schnuller braucht in dem Alter? Müssen wir ihm Alternativen anbieten (welche, hat jemand eine Idee?) oder wäre es sinnvoll, ihm den Schnuller sogar wieder zu geben? Ich freue mich über Ideen, da ich total erschöpft bin.
Viele Grüße
rotezora
Hallo rotezora,
ich habe den Link aus Ihrem Posting genommen, wir möchten nicht, dass hier Seiten verlinkt werden, weil wir dann für die Inhalte der Verlinkung die Verantwortung übernehmen müssten.
Aber jetzt zu Ihrem Anliegen: Sie können einfach ausprobieren, ob es hilft. Allerdings könnte das dann auch nur eine Umleitung sein und irgendwann müssten Sie dann die Kette wieder abgewöhnen? Es gibt hier nicht richtig und falsch. Sondern eher ausprobieren. Ich mache gute Erfahrungen wenn Eltern im Alltag immer wieder darauf hinweisen, liebevoll, ohne "böses Gesicht", dass gerade genuckelt und vorschlagen, das sein zu lassen. Wie wäre es, ein Schnuffeltuch einzuführen, oder ein besonderes Kuscheltier? Das aber dann nur abends genommen wird? Die Handlung also etwas kanalisieren? Sicher gibt es noch weitere Ideen?
Ihnen ganz viele Grüße
bke-Stephan-Bäcker
Hallo Stephan Bäcker,
vielen Dank für die Nachricht und die bestärkenden Worte.
Eine Rückfrage noch: Wäre es eine Option, es mal mit so einer Kaukette wie dieser hier zu probieren? - //Edit: Bitte keine Links posten, auf unserer Seite ist das nicht erlaubt, weil wir sonst die Verantwortung für die verlinkten Seiten übernehmen müssten, Danke und Grüße, bke-Stephan-Bäcker).
Da mein Sohn offenbar sehr viel nuckeln/beißen mag, könnte man ihm vielleicht dieses Bedürfnis auch anders erfüllen? Er knabbert immer wieder an den Fingernägeln (und tatsächlich auch Fußnägeln) und seit er den Schnuller nicht mehr hat, wird manchmal auch an den Händen, an Shirts etc. gesaugt ... neulich meinte er abends sogar, er wolle "irgendwas für den Mund".
Viele Grüße
rotezora
Hallo rotezora,
ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Sie mit Ihrem Kind zusammen leiden. Es ist wirklich eine große Umstellung. Er ist noch richtig klein und ich halte es für "normal", dass es eine Weile braucht, bis sich Ihr Sohn an die neue Situation gewöhnt hat. Ich lese, dass Sie empathische Eltern sind, Ihr Kind gern haben, ein liebevolles, immer wiederkehrendes Schlafritual haben. Die besten Voraussetzungen, dass Sie zusammen diese Situation aushalten können. Das ist aber jetzt meine Einschätzung und keine Wahrheit. Ich gehe auch davon aus, dass es hier keine Wahrheiten gibt. Aber Erfahrungen und Ideen. Und meine Idee ist es, Sie zu ermutigen, die Situationen noch eine Weile gemeinsam auszuhalten.
Ganz viele Grüße,
bke-Stephan-Bäcker
Hallo Claudia Rohe,
vielen Dank für die Nachricht. Klar, er steckt noch mitten in der Autonomiephase und ist ohnehin ein Kind, das eher viel emotionale Regulation benötigt durch intensive Kuscheleinheiten etc.
Ich habe den Eindruck, das ins Bettgehen war früher mit dem Schnuller total positiv besetzt und jetzt will er einfach nicht. Er behauptet dann, er sei noch gar nicht müde. Oder verweigert das hinlegen.
Wenn ich wüsste, er braucht nochmal eine Woche oder so, wäre es natürlich viel einfacher. Aber so frage ich mich heute: Schafft er das mit "nur" liebevoller Begleitung? Reicht das aus?
Oder gibt es Kinder in dem Alter, die wirklich das Saugen/Nuckeln noch brauchen?
Also, dass es nicht nur emotionale Bindung und Gewohnheit (wie damals bei seiner Schwester) war, sondern ein körperliches Bedürfnis danach? Kennen das andere auch und wie geht man damit um?
Viele Grüße
rotezora
Hallo rotezora,
ich bin bke-Claudia Rohde, eine der Moderator*innen hier im Elternforum und möchte Sie ganz herzlich bei uns begrüßen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, gab es mit der Schnullerfee und den Geschenken ein klassisches Ritual. Zunächst schien es auch von Ihrem Sohn akzeptiert.
Oft gelingt es, manchmal nicht. Ursachen könnten sein, dass er vielleicht aus Trotz nicht verzichten kann (mitten in der Autonomie- oder Trotzphase) oder aus noch geringer Frustrationstoleranz, oder weil es gerade viele Veränderungen gab.
Geht es um den Schnuller oder möglicherweise um das Austesten von Grenzen?
Eventuell leidet er aber auch emotional, braucht Liebe, Verständnis und Aufmerksamkeit. Besser trotzdem, den Schnuller nicht zurückzugeben und noch etwas Geduld aufzubringen. Dazu braucht es natürlich innerliche Entspanntheit und Konsequenz. Kinder spüren unsere Unsicherheit und versuchen dann erst recht den Schnuller zurückzubekommen.
Wenn Daumen oder Bettzipfel als Ersatz genommen werden, dann doch noch einmal retour und in ein paar Wochen einen neuen Versuch.
Liebe Eltern im Elternforum, hier werden noch weitere Ideen gesucht.
bke-Claudia Rohde